Kein Luxus, sondern absolute Notwendigkeit
Er entwickelt Software, die andere Software auf Fehler prüft und das Vertrauen in ihre Korrektheit steigert: Dr. Thomas Lemberger wird ab September 2026 das Team der Fakultät Angewandte Informatik der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) als Professor ergänzen. „Mein Ziel ist es, Softwareverifikation aus der Spezialisten-Nische in die tägliche Softwareentwicklung zu bringen“, so Lemberger.
Der neu berufene Professor fokussiert sich dabei auf automatische Methoden, um Software auf Richtigkeit zu untersuchen. Denn zuverlässige Software ist heute kein Luxus mehr, sondern absolute Notwendigkeit, ist sich Lemberger sicher. In bestimmten Branchen wie der Automobilindustrie und Medizintechnik seien solche Methoden etabliert, erforderten aber viel Aufwand von Spezialistinnen und Spezialisten. Lemberger will diese Anwendungen durch Automatisierungen und spezielle KI-Unterstützung vereinfachen. Für die Technische Hochschule Deggendorf hat der junge Wissenschaftler sich entschieden, da hier anwendungsnahe Forschung und Lehre zusammenkommen. Der enge Draht zur Industrie sei entscheidend, um spezifische Anforderungen zu erkennen und zu adressieren.
Der gebürtige Weidener studierte Informatik in Passau und an der LMU in München. In München promovierte er zum Thema „Kooperative Softwareverifikation“. Prägend war für den Oberpfälzer ein fünfmonatiges Forschungspraktikum am Indian Institute of Science in Bangalore zu Automated Code Repair und AI for Software Engineering. „Damals noch ein exotisches Thema, hat es früh meine Begeisterung an der Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Softwareentwicklung geweckt“, so der Rückblick von Lemberger. Er kann auf einen reichen Erfahrungsschatz als Teamleiter im Bereich Java Unternehmensentwicklung in einer Münchner Firma sowie als Postdoc und Vertretungsprofessor an der LMU zurückgreifen. Sein Forschungsprojekt mit Intel Security Research zur automatischen Verifikation von Firmware wurde mit einem Distinguished Paper Award ausgezeichnet.
Der Professur an der Deggendorfer Hochschule sieht Lemberger äußerst positiv entgegen: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem gesamten Lehrkörper und den Studierenden und hoffe, Firmen in der Region bei ihrem Einsatz von automatischer Code-Prüfung unterstützen zu können“, so der junge Professor. Seine Studierenden dürfen von ihm klare Zielvorgaben erwarten. Gleichzeitig ist es dem 34-Jährigen wichtig, das Lernen in seinen Kursen aktiv zu gestalten. Sich selbst beschreibt Lemberger als naturverbunden, ruhig, mit einem hohen Handwerksstolz in der Softwareentwicklung und einer Leidenschaft für partizipative Lehre. Im Privaten ist der Informatiker Smart-Home-begeistert und verbringt möglichst viel Zeit in der Natur oder im Garten – mal mit, mal ohne Laptop.