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Zwischen Freiheit und Fremdbestimmung

Workshop am European Campus über Künstliche Intelligenz

8.7.2026 | THD-Pressestelle

Eine der Workshop-Arbeitsgruppen am European Campus zum Einfluss der Künstlichen Intelligenz auf unser Leben mit (von links) THD-Vizepräsidentin Prof. Dr. Veronika Fetzer und den I-ETOS-Teammitgliedern Prof. Dr. Michelle Cummings-Koether, Prof. Dr.-Ing. Matthias Hümmer, Jessica Ohnesorg, Zahra Hoseini und Dr. Theophile Shyiramunda.
Presseartikel

Bild (THD):

Moderne Technologie verändert die Gesellschaft. Rasant entwickelt sich die Künstliche Intelligenz (KI). Am European Campus der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) thematisierte der Workshop des hauseigenen Instituts für Gesellschaftstransformation (I-ETOS) ihre Grenzen und Möglichkeiten. Ergebnis: In zehn Jahren werden KI, Mensch und Gesellschaft untrennbar miteinander verwoben sein.

Zwei Tage lang erörterten die fächerübergreifenden Teilnehmer am European Campus die zentrale Frage: Welchen Einfluss übt die KI auf Politik, Kultur, Technologie und Bildung aus? Die ergebnisoffenen Diskussionen ergaben ein breites Spektrum an Zukunftsszenarien. Diese reichen von der pessimistischen Warnung vor einem fremdbestimmten Leben in einer KI-Klassengesellschaft bis zu optimistischen Prognosen, die eine wachsende Selbstbestimmung im Rahmen neuer Formen des Regierens für denkbar halten. Während einerseits Massenarbeitslosigkeit entstehen sowie die Bildung unter Kontrolle von Mächtigen geraten könnten, seien andererseits eine faire, gerechte und freie Gesellschaft möglich.

Unterm Strich liegt auch bei diesen Gedankenspielen die Wahrheit wahrscheinlich in der Mitte. Prof. Dr. Michelle Cummings-Koether hielt fest, „dass die jüngere Generation der KI gegenüber positiver gesinnt ist als die ältere“. Diskutiert wurde zudem, dass Kinder und Jugendliche möglichst spät mit KI in Verbindung kommen sollten.

Zum Procedere im intensiven Workshop: Von der so genannten Delphi-Methode inspiriert, gab das I-ETOS-Team der Veranstaltung bewusst nur eine grobe Richtung vor. Vielmehr setzte man auf die interdisziplinäre Schwarmintelligenz.

Künftig umfassende Interaktion mit KI

Am Ende fasste Prof. Dr. Cummings-Koether zusammen: „In zehn Jahren werden wir in allen Teilen unseres Lebens mit KI interagieren, ohne uns darüber ständig im Klaren zu sein.“ Auch Prof. Dr. Matthias Hümmer ließ keinen Zweifel daran, „dass Menschen und Künstliche Intelligenz gegenseitig voneinander abhängig sein werden“. So geht es beiden Wissenschaftlern zufolge jetzt darum, den Prozess der KI-Integration besser zu verstehen und aktiv mitzugestalten. Dabei sollte laut Hümmer die Gefahr der Zentralisierung der Entscheidungsmacht im Auge behalten werden.

Unisono befanden beide Professoren: „KI ist ein Werkzeug, wir haben es selbst in der Hand, Dinge positiv für den Menschen und die Gesellschaft zu verändern.“ Passend dazu ermunterte die THD-Vizepräsidentin Third Mission, Prof. Dr. Veronika Fetzer, „zur Aufgeschlossenheit“. Oder die örtliche Vorsitzende des Wirtschaftsforums (Wifo), Stephanie Schlagmann, stellte klar, dass KI auch bei den Unternehmen im ländlichen Rottal ein zukunftsweisendes Thema sei. „Gerade im Mittelstand können dadurch Prozesse optimiert werden“, so Schlagmann. Für jeden einzelnen Betrieb sei dies jedoch eine große Aufgabe.

Institut veröffentlicht Positionspapier

Den Workshop mit dem vollen englischen Titel „Navigating AI‑Induced Transformational Uncertainty for Humans Across Society, Politics, Culture, and Technology” veranstaltete das I-ETOS, kurz für „Institute for the Transformation of Society. Explorations, Theories and Observations about Society“. Das Anfang 2025 gegründete Institut konzentriert sich darauf, menschliches Verhalten aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und gesellschaftliche Veränderungen zu erforschen.

Als Teil der THD ist das I-ETOS am European Campus in Pfarrkirchen angesiedelt. Zum Team zählen neben der Expertin für interkulturelle Kommunikation, Prof. Dr. Michelle Cummings-Koether, und dem Spezialisten für Digitales Baumanagement, Prof. Dr. Matthias Hümmer, Dr. Theophile Shyiramunda, Jessica Ohnesorg, Zahra Hoseini und Franziska Durner. Das I-ETOS zielt darauf ab, nachhaltige und gerechte Lösungen zu entwickeln.

Nach dem gemeisterten Workshop werden im nächsten Schritt die Ergebnisse in einem Positionspapier in „The Journal of Applied Interdisciplinary Research“ (JAIR) veröffentlicht. Die von der THD online herausgegebene, englischsprachige Fachzeitschrift ist frei zugänglich unter: https://jas.bayern/index.php/jair.